GAUSS 2005
Carl Friedrich Gauss
Gauss Göttingen
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Gauss - genial Bahnbrechende Leistungen

Gausssche Planetenkarte
Gausssche Planetenkarte
Maßeinheiten, Verfahren, Formeln – in der Wissenschaft wird vieles mit dem Namen des Urhebers versehen. Es gibt wohl kaum einen wissenschaftlichen
Namensgeber, der sich häufiger findet als Carl Friedrich Gauss. Die Beispiele reichen von der „Gaussschen Normalverteilung“ bis zur „Gaussschen Krümmung“. Gauss gehört zu den weltweit wichtigsten Mathematikern, hat aber wie Archimedes, Newton und Galilei auch in anderen Disziplinen Bahnbrechendes geleistet.

Seinen ersten mathematischen Beweis lieferte er als 19-jähriger: Die Konstruierbarkeit des regulären 17-Ecks. Diese erste neue geometrische Konstruktion seit dem Altertum findet sich mit der Zahlentheorie in seinem Frühwerk. In dieser Zeit entwickelte Carl Friedrich auch die „Methode der kleinsten Quadrate“. Damit besaß er u.a. die Basis, sich mit Erfolg an einem weltweiten wissenschaftlichen Wettbewerb zu beteiligen. Überall bemühten sich die Astronomen 1801, durch Berechnung der Umlaufbahn den verlorengegangenen Kleinplaneten Ceres zu orten. Gauss war es, dem es gelang, die Umlaufbahn korrekt zu berechnen. Tatsächlich konnte der Asteroid am Himmel wieder ausgemacht werden. Damit erlangte Gauss im Alter von 24 Jahren schlagartig internationale
Berühmtheit.

Albert Einstein
Albert Einstein

Schon früh erkannte er: „Man darf nicht das, was uns unwahrscheinlich und unnatürlich erscheint, mit dem verwechseln, was absolut unmöglich ist.“ Seine Erkenntnisse in der reinen und praxisorientierten Mathematik haben zahlreiche Errungenschaften in Technik und Naturwissenschaft erst möglich gemacht. Moderne Computerprogramme wären ohne seine Arbeiten nicht denkbar, ebenso die Berechnung der Umlaufbahnen von Himmelskörpern – heute für Satelliten- und Weltraumtechnik unverzichtbar. Gauss’ Optimierung optischer Systeme, wie die Fernrohre für seine astronomischen Beobachtungen, legte die Grundlage für die Entwicklung der Fotoobjektive, und nicht zuletzt fußt Einsteins Relativitätstheorie auf Gaussschen Erkenntnissen in der Geometrie. Auch in der Geodäsie, der Wissenschaft von der Bestimmung der Form und Größe der Erde, leitete Gauss eine neue Epoche ein. Bisher beruhten Karten auf Entfernungsschätzungen. 1820 wurde Gauss von Georg IV. mit der Gradmessung für Hannover beauftragt. Fünf Jahre war er zumeist auf Reisen, um das ganze Land mit einem grobmaschigen Dreiecksnetz von Göttingen (Nullpunkt in der Sternwarte) ausgehend zu überziehen. Mit seinen Arbeiten begann das Zeitalter der klassischen Kartografie.


„Gauss“ physikalische Einheit
Gauss-Krüger-Koordinatensystem
Gauss-Markow-Theorem
Gauss-Newton-Verfahren
Gaussscher Raum
Gausssche Eliminationsverfahren
Gausssches Fehlerfortpflanzungsgesetz
Gauss-Objektiv
Gaussscher Integralsatz
Gausssche Krümmung
Gausssche Quadraturformeln
Gausssche Normalverteilung
Gaussberg
Gaussklammer
Gauss-Prozeß
Gauss-Geschütz
Hauptwerk „Disquisitiones generales
circa superficies curvas“
1832 Aufstellung des absoluten
physikalischen Maßsystems
1838 Allgemeine Theorie des Erdmagnetismus
1840 Dioptrische Untersuchungen
Es schloss sich eine Periode physikalischer Arbeiten an. Zusammen mit Wilhelm Weber erfand Gauss 1833 den elektromagnetischen Telegrafen und begann seine bedeutenden Forschungen zum Erdmagnetismus. Im Garten der Sternwarte wurde ein erdmagnetisches Observatorium – ein eisenfreies Gebäude – errichtet. Gauss erfand ein Meßgerät für kleine Magnetfelder und stellte das nach ihm benannte System elektrischer und magnetischer Einheiten auf.


Die Sternwarte wurde nun Zentrum internationaler Forschung. Mit weltweit 53 erdmagnetischen Observatorien wurden an festen Terminen 24 Stunden lang alle 5 Minuten nach Göttinger Zeit Messungen vorgenommen, um zeitliche Schwankungen des Magnetfeldes genau zu verfolgen.


1851, vier Jahre vor seinem Tode, legte Gauss ein letztes Mal Grundlagen, diesmal in der Versicherungsmathematik. Mit seinem Gutachten für die Witwenkasse der Universität führte er erstmalig eine Berechnung von Rentenversicherungsbeiträgen auf der Grundlage von Mortalitätsraten und Wahrscheinlichkeitsrechnung ein.


 
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