GAUSS 2005
Carl Friedrich Gauss
Gauss Göttingen
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Carl Friedrich Gauss (1777–1855) - sein Leben

C.F. Gauss
Am 30. April 1777 in Braunschweig als Sohn eines Gassenschlächters geboren, verblüffte Carl Friedrich Gauss – der von sich selbst sagte, er habe eher rechnen als sprechen gelernt – schon als Kind seine Lehrer. In der mit 100 Schülern überfüllten Schulstube erteilte der Lehrer die Aufgabe, alle Zahlen von 1 bis 100 zu addieren. Lange vor seinen Mitschülern hatte der kleine Carl Friedrich das richtige Ergebnis parat. Anhand von 50 Zahlenpaaren mit der Summe von 101 (1 + 100, 2 + 99, 3 + 98 und so weiter) löste er die Aufgabe mit 50 x 101 = 5050 als richtiges Ergebnis. Gauss’ herausragendes Talent wurde durch den Braunschweiger Herzog mit Stipendien für die höhere Schule, das Studium in Göttingen von 1795 - 1798 und die Promotion in Helmstedt gefördert.

1807, im Alter von 30 Jahren, wurde er – bereits mit hohem wissenschaftlichen Renommee – als Professor für Astronomie nach Göttingen berufen und zog mit seiner Frau Johanna und Sohn Joseph in die Groner Straße. Nach der Geburt zweier weiterer Kinder starb seine Frau schon 1809; für Gauss war dies ein schwerer Verlust. Mit Minna Waldeck, Tochter eines Göttinger Professors, fand er aber schon bald eine neue Mutter für seine Kinder und Lebensgefährtin, die ihm drei weitere Kinder geschenkt hat.


Sternwarte 1817
Gauss pflegte das gesellschaftliche Leben in der kleinen Universitätsstadt kaum. Er erfreute sich der Natur auf seinen vielen Spaziergängen und nutzte das reichhaltige Angebot an Lesestoff in der Bibliothek und dem Zeitschriftenlesesaal der Universität. Es war eine Zeit der politischen Umbrüche und wirtschaftlichen Not, aber auch eine Zeit, in der die Wissenschaften große Faszination ausübten. Universitäten wurden aufgebaut, internationaler fachlicher Austausch spielte eine große Rolle, Astronomie wurde zum Gesellschaftsthema. Wilhelm von Humboldt bemühte sich, Gauss nach Berlin zu holen. Gauss entschied sich jedoch – wie bei allen Abwerbeversuchen – in Göttingen zu bleiben. Der Bau einer neuen Sternwarte vor den Toren der Stadt schritt voran. Von 1816 bis zu seinem Tode diente sie Gauss als Wohn- und Arbeitsstätte. Dass mit einem Wohnsitz außerhalb des Stadtwalles ganz praktische Vorteile hygienischer Art verbunden waren, verdeutlicht seine Feststellung während einer Cholera-Epidemie: „Meine Sternwarte ist wieder der gesündeste Punkt von Göttingen.“


1784 - 1788 Katharinen Volksschule
1788 - 1792 Catharineum
1792 - 1795 Collegium Carolinum
1795 - 1798 Studium Georgia Augusta Göttingen
1799 Promotion Universität Helmstedt


1795 - 1796 Gotmarstraße 1
1796 - 1798 Kurze Geimarstraße 30
1807 - 1808 Groner Straße 27
1808 - 1816 Kurze Straße 15
1816 - 1855 Sternwarte Geismar Landstraße 11


Johanna Gauss, geb. Osthoff 1780 - 1809
Wilhelmine (Minna) Gauss, geb. Waldeck 1788 - 1831
Joseph 1806 - 1873
Wilhelmine (Minna) 1808 – 1840
Louis 1809 - 1810
Eugen 1811 - 1896
Wilhelm 1813 - 1879
Therese 1816 - 1864


1831 verstarb Gauss’ zweite Frau, seine Kinder gingen sehr unterschiedliche Wege. Joseph wurde Baurat bei der hannoverschen Eisenbahngesellschaft, worauf Gauss – der die Entwicklung der Eisenbahn fasziniert verfolgte – sehr stolz war. Wilhelmine heiratete den Göttinger Professor Ewald, der als einer der „Göttinger Sieben“ 1837 die Stadt verlassen mußte. Die beiden Söhne aus zweiter Ehe, die dem Vater viele Jahre große Sorgen gemacht hatten, emigrierten 1830 bzw. 1837 in die USA. Therese führte seit dem Tod der Mutter seinen Haushalt.


Selbst der Mathematik und Naturwissenschaft verpflichtet, war Gauss am literarischen Schaffen seiner Zeitgenossen sehr interessiert. Besonderes Vergnügen bereitete ihm die Lektüre von Jean Paul, den er zwar nie persönlich kennenlernte aber ungemein schätzte. Ebenfalls zu seinem Plaisir führte er verschiedene Zahlenregister. So sammelte er gezählte Schrittentfernungen und führte ein Verzeichnis, in dem er die Lebensdauer seiner Freunde und bedeutender Persönlichkeiten in Tagen berechnete.


Nach seinem Tode am 23.02.1855 schrieben Zeitgenossen über ihn: „Dieses Gefühl eines Fürsten der Wissenschaft sah man Gauss wohl an,“ doch „er blieb bis zum Schluss seiner Tage, der schlichte einfache Gauss.“

 
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